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Donnerstag, 16. Dezember 2010

Back from the Outback!!! Days in Darwin and Kakadu Nationalpark

Hallo meine Leser! :)


ob ihr es glaubt oder nicht, euch freut (oder auch nicht... ;)), ich hab das Outback ueberlebt und ich finds hier wirklich schoen! Mir gefaellt die angenehme Waerme (so 37Grad jeden Tag, aber trockene Hitze!) und die unendlichen Weiten hier sind einfach unbegreiflich und unbeschreiblich. Wenn man so im Bus vor sich hinfaehrt man kann gar net erfassen, wie weit man eigentlich sieht. Am ehesten laesst es sich noch anhand der Wolken erahnen, die eine ungefaehre Schaetzung ermoeglichen (und ich bin sicher, ich lieg immer noch drunter).


Ich bin mal wieder weit hinten an, da ich doch die letzten 10 Tage hauptsaechlich abseits von jedlicher Zivilisation von Darwin (ueber den Kakadu Nationalpark) nach Alice Springs und weiter zum Uluru (ehemals Ayers Rock) gefahren sind. D.h. Ich bin euch net nur die spannenden Geschichten von meiner Tour zu meinem Persoenlichen Tourhighlight schuldig, nein ich schulde euch auch noch die Geschichten bzw Bilder von der Ostkueste. das macht insgesamt einen Rueckstand von ziemlich genau einem Monat und laesst ich Rot werden. :) Zu meiner Entschuldigung kann ich aber auch sagen, dass ich auch in meinem Reisetagebuch (handgeschrieben) ungefaehr ne Woche hinten an bin. Wir hatten nur immer soviel Programm und einen fruehen Tagesstart bzw ein wirklich spaetes Tagesende und dann baut sich das auf.


Gut... genug gejammert, ich starte mal los mit Erzaehlugen.


Da ich noch unter den schweren Eindruecken von meiner letzten Tour steh, schreib ich euch den Text fuer die Tour von Darwin nach Alice Springs bzw zum Uluru.

3. & 4. Dezember 2010

Also als ich in Darwin von Cairns angekommen bin, hat mich erstmal wirklich der Schlag getroffen wegen der Luftfeuchtigkeit und der Hitze. Beide waren naemlich unbeschreiblich. Ich denk Cairns war von der Luft her schon sehr feucht, aber Darwin war da noch um ein ganzes Eck schlimmer. Ich kann euch gar net sagen, wie ich geschwitzt und geklebt hab. Was ich mir dann schon ausgemalt hab,wie die naechsten Tage werden wuerden, koennt ihr euch vorstellen.

Parliament House - man beachte bitte den strahlend blauen Himmel! (nach Cairns...ein Wahnsinn)

einige wunderschoene alte Bauten in Darwin
Die Gegenwelt: Auf einmal steht man im White Fella Traumland mitten in Darwin, die Plastikwelt, die die Aboriginies vergessen machen soll...
Den halben Nachmittag und den ganzen Tag in Darwin hab ich in einem staendigen Wechselspiel zwischen Stadtanschauen, in Schweiss ausbrechen und im gut gekuehlten Zimmer wieder erholen verbracht. Meine Zimmernachbarin war eine ziemlich coole 50 Jaehrige Hollaenderin, mit der ich wirklich interessante Gespraeche gefuehrt hab. Hat viel Spass mit ihr gemacht. Wir waren dann gemeinsam beim Fische fuettern im
Aquadome und haben uns gemeinsam ein Abendessen am Boden gemacht. War der Wahnsinn.
Herrlich!

handgefuetterte Fischis!

Am 05. Dezember hat dann meine Tour gestartet und Pick-up war mal wieder superfrueh um 06:20. Dann hab ich mal meine Reisegruppe kennengelernt, mit denen ich fuer die weiteren 6 Tage und mit vielen bis zum Ende der Tour reisen werde. Die Zusammensetzung is ziemlich spannend und es is mal wieder ein Oesi zusaetzlich zu mir am Bus. Wir Oesis sind zwar net sooo viel, aber wir sind dennoch ueberall. :)

Unser 4WD Bus - ROCKING!

Und dann ging die Fahrt los zuerst in den Litchfield Nationalpark ausserhalb von Darwin. Dort haben wir den Fruehstuecksstop gemacht und das erste was ich hoere ist ein Deutscher, dem dieses Camp gehoert. Lustig. Dann gings auch schon los zu unseren ersten Rockpool fuer die ersten 3 Tage. Rockpools sind schon sehr beeindrucken, aber naja... nach dem Siebten war ich dann schon ziemlich gesaettigt. Vor allem, weil es net sooo lecker riecht, wenn man das Algenwasser auf der Haut hat, schwitzt und net wirklich duschen kann. Nach den Rockpools und einem Mittagessen bei dem Deutschen im Camp, gings fuer uns weiter ins Aboriginal Cultural Center der Gegend. Dort haben sie uns gezeigt, wie sie Didgeridoos machen (die kommen urspruenglich aus der Gegend), wie man nen Boomerang und nen Speer wirft und das beeindruckendste war das Maedl, dass uns die Kunst der Korbflechtens erklaert. Diese Koerbe und Taschen sind wunderwunderschoen und es gibt soviele unterschiedliche Verwendungsmoeglichkeiten – IRRE! Zusaetzlich hat die Oma dieses Kindes auch noch eine Schildkroete und eine Schlange anhand dieser Methode gemacht – sehr beeindruckend. Wie ich schon in meinem letzten Beitrag ausgefuehrt hab, wenn noch mal einer sagt, dass diese Menschen primitiv sind oder auch nur annaehernd sein koennten, der hat sich noch NIE mit ihrer Kultur beschaeftigt. Da wird ein Gefuehl fuer die Natur usw bewiesen, das ist schwer beeindruckend.

die kennt sich schon voll aus!
Sagenhaft, was aus Gras geschaffen werden kann!

Nach dem Cultural Center und einer weiteren Schweisstreibenden Fahrt mit unserem 4Wheel Drive Bus kommen wir beim Mary River an. Und was machen wir da? Na den Klassiker der Mary River Touren... ein Crocodile Spotting. Wir machen das allerdings im Rahmen von Oeko Tourismus (will heissen wir befinden uns im Nationalpark und koennen somit NET mit den Tieren interagieren sonst wuerden sie uns Menschen mit Futter in Verbindung bringen – im Gegensatz dazu, ausserhalb des Nationalpark Gebietes gibt es Croc Touren, die die Tiere zum Springen bringen, in dem sie Futter an einer Schnur neben dem Boot herziehen... tja... da darf man sich net wundern, wenn die Crocs dann Boote attackieren....) Und unsere Tour war wunderschoen. Gerade weil das Schiff sich bewegt hat und es schon ein bissi kuehler geworden ist, war dies der beste Teil des Tages. Und nach net allzu langer Zeit haben wir auch schon das erste Freshie (=Freshwater Croc) gesehen. Die schauen ja noch relativ entspannt drein und liegen einfach nur in der Sonne. Kurz darauf sind wir auch dem ersten Salty (= Saltwater Croc) ueber den Weg gefahren. Der grosse Unteschied zwischen den beiden: die Freshies wuerden NIE einen Menschen attackieren, weil sie einfach zuviel Angst vor allem haben, dass gleich gross oder groesser ist als sie. Die werden auch net soooo gross. Tja und bei den Salties schaut die Geschichte schon anders aus: Die attackieren einfach mal alles und haben da Mensch besonders gern. Die schauen auch schon ziemlich ungemuetlich aus und sind ziemlich dunkel (was wieder dazu beitraegt, dass man sie noch unheimlicher findet). Wir haben bei unserer Fahrt ueber den Billabong (=aboriginal fuer permanent Wasserfuehrendes Wasserloch) einige Crocodile gesehen und haben gelernt, dass man vom Lotus die unreifen Fruechte essen kann und die wie Mandeln schmecken! Voll Lecker!
Freshie beim Sonnentanken (Aktivitaet fuer 95% des Tages)
was liegt den da auf der Lauer?!
...ein SALTIEEEEEE!!!!

Wie angenehm, wenn die Sonne verdeckt wird...und sooo schoen!
Danach gings auch schon wieder ins Lager und wir haben unser Abendessen gemacht. Auf dem Menue Plan steht mein Favorit: Skippy das Buschkaenguru und Bueffel Wuerstel. Ich kann nur sagen, beides Superlecker! Ich wuerd so gern ein bissi Kaenguru mit nach Hause nehmen, um euch das zum Kosten zu geben. Es ist das gesuendeste Fleisch der Welt und ist 99,9% Fettfrei! Schoen medium rare gegrillt oder sehr duenn geschnitten und schoen durch gebraten... eine Geschmacksexplosion sondergleichen! Kein Rind kann so gut schmecken! Herrlich!!!
I LOVE SKIPPY!

Und dann hiess es das erste Mal: ab in den Schlafsack und ab ins Zelt. Das war mal so eine kleine Ueberwindung, weil in dem Zelt so ziemlich alles leben konnte und in unserem Kuechenzelt RIESIGE Spinnennetze mit ziemlich ekligen Spinnen der Farbe Gelb/Schwarz (wie war das mit den Signalfarben der Natur!?) einfach ueberall waren. Wir haben uns wirklcih bemueht net auszuzucken... und wir habens auch ganz gut geschafft. An diesem Abend haben wir auch so ziemlich jedes Tier gesehen, dass mir in meiner Australischen Wildlife Sammlung noch gefehlt hat: Canetouts (ekelige Kroeten), Riesenkaefer, Spinnen, usw Hat uns schon einige Nerven gekostet und der Schlaf war wegen Hitze, Unsicherheit und diversen Tiergeraeuschen (Dingos) ziemlich seicht...
Unsere Unterkunft
 
6. Dezember 2010

Naja lang haben wir eh net geschlafen, denn es ging schon ziemlich frueh wieder los. Wobei bei der Hitze, die schon um 06:00h sagenhaft war, bin ich ziemlich dankbar, wenn wir frueher los kommen, damit wir net sofort gegart werden. Der erste Stop fuer den Tag war ein Sandstein Bushwalk, den unser Guide in einen Bushrun umfunktioniert hat. Man hatte net mal richtig Zeit ein richtig schoenes Foto zu machen. Wahnsinn. Bei der Hitze war das auch net mal so ungefaehrlich, was er da gemacht hat, denn einige von uns waren net soo fit und das haette auch net so schoen ausgehen koennen.
Sandstone all over
Wackelstein :)
Nach diesem Run gings an eine Ueberfuehrung, die ins Arnhem Land fuehrt, einen Gebiet, das frueher eine riesige Rinderfarm war, und jetzt den Aboriginies wiedergegeben wurde. Dort koennen sie nach ihren alten Traditionen leben und es wird sie keiner dabei stoeren. Gute Sache! Die Ueberfuerhung durch den Fluss war allerding alles andere als ungefaehrlich. Dort gibt’s zum einen eine heftige Stroemung abhaengig von den Gezeiten (wenn Flut ist, steigt das Wasser dort innerhalb kuerzester Zeit um einige Meter an und wenn die Ebbe das Wasser retour ruft, dann ist die Gegenstroemung genauso heftig), die schon Autos vom Weg gewaschen hat und zum Anderen Salties... unser Guide hat uns da ein paar Geschichten erzaehlt, die net sooo schoen ausgegangen sind... Ekelig.

Danach gings fuer mich ab zum Hoehepunkt der 3 Tage im Kakadu Nationalpark: der Ubirr Rockart Site. Im ganzen Nationalpark gibt es ueber 15.000 Rockart Sites, davon durften aber nur 5.000 dokumentiert werden und etwa 15 (!!!) sind fuer uns unwissende zugaenglich. Ich finds super, dass ueberhaupt noch welche zugaenglich sind. Die Zeichnungen sind teilweise 5.000 Jahre und aelter und sichtbar wie am ersten Tag. Diese Naturfarben sind echt der Wahnsinn. Vor allem, was die alles verwenden, um die Farben haltbar zu machen. Da gibt’s nen Baum, der eigentlich ziemlich unscheinbar ist, aber der Saft ueber die Farben verteilt, macht sie fuer tausende von Jahren deutlich sichtbar. Genial!
Mark erklaert uns die wichtigsten Aboriginies, die sich dafuer eingesetzt haben, dass der Kakadu NP fuer alle zugaenglich bleibt. Das ueberdeckte Bild bedeutet, dass derjenige vor kurzem verstorben ist --> der Name und das Bild duerfen nicht verwendet werden bis die Seele uebergetreten ist

Long Neck Turtle, das "Wappentier"der Gegend
mit den beruehmten Handspruehungen
Ein Jaeger

Was die Leute damals alles so gemalt haben? Naja es gibt:
  • Kontaktbilder (sie „posten“ Fragen, das sind meistens eher juengere Zeichnungen, die sich auf den ersten Kontakt mit White Fellas beziehen)
  • Menueplaene, was man so alles in der Gegend fangen kann
  • Zeichnungen der Tiere mit einem genauen Plan, wie man sie zerteilen soll
  • Fabeln, die der Moral dienen sollen
  • und Zeichnungen, wo den Kindern was erklaert wurde.
Menueplan
hier wurden die Farben gerieben und gemischt

Die Wanderung hat uns auf ein Plateau gefuehrt, das eine derartig herrliche Aussicht ueber das ganze Land ermoeglicht hat, dass ich es gar net erfassen konnte. Es war sooo herrlich! Leider hat uns Mark (unser Guide) net genug zeit gegeben, um die Aussicht so richtig zu erfassen und zu geniessen. Naja... wegen der Hitze auch verstaendlich. Waren auch alle froh, als wir im Bus ein bissi die Gelegenheit hatten, um abzukuehlen.
...

Unsere Fahrt hat uns nach Jabuira gefuehrt, eine Stadt, die eigentlich nur existiert, um die nahegelegene Uranmine zu versorgen. Hier gibt es einen Flughafen (um die Minenarbeiter von Darwin ein-& auszufliegen), Golfplatz, Pools, und einige andere Annehmlichkeiten fuer die Armen, die in dieser Hitze bei der Mine arbeiten muessen. Und unser Resort, in dem das permanent Camp von Adventure Tours steht. Auch hier wieder: Kuechenzelt und rundherum unsere kleinen Schlafzelte UND einen Pool! Nach unserem Sandwich Mittagessen und dem herrichten fuer das Abendessen, durften wir in den Hotelpool springen! Herrlich war das. Obwohl das Wasser genauso warm, wenn net waermer als die Luft war.
Nach der Abkuehlung (wo eigentlich keiner aus dem Wasser wollte) gings auf zu einer 6km Wanderung zu einem Rockpool. Die war ganz schoen hart und wir haben die bis dato groesste Spinne getroffen. YAK! Das stinkige, klebrige, schwitzige Gefuehl auf der Haut war einfach nur mehr eklig und jeder hat seine Wasserflasche umarmt. Also ich muss echt sagen, diese Kombination hat echt an meinen Nerven gezerrt, vor allem weil ich wusste, dass es noch einen ganzen Tag so weitergeht. (ich hatte schon ein-/zweimal das Gefuehl mich einfach mal nur niederzusetzen und loszuheulen... ja ich gebs zu...das war echt ne psychische Belastung fuer mich... und ich hab somit gelernt, dass ich in den Tropen NIX zu suchen hab...)
Am Ende dieser Wanderung stand das zweite Highlight des Tages: eine kleine Wanderung auf ein weiteres Plateau zum Bewundern des Sonnenuntergangs. WOW!!! Breathtaking!Wunderschoen war das da oben!
Sonnenuntergang
Herrlich

Das Duschen war heute Nacht wieder ein besonderes Abenteuer, denn da die Regenzeit kommt, sind die Alaten der Termiten ausgeschwaermt. Schauen aus wie fliegende Ameisen, sind sie aber net, weil sie ja Termiten sind. Deren Aufgabe ist es, eine neue Termitenkultur bzw einen Huegel zu gruenden. Und somit schwirren die alle an einem Tag aus und wir hatten MILLIONEN davon in unserem Duschhaeuschen, weil die Intelligenzler dort keine Gittertour eingebaut hatten. Das hat geheissen, man is aus der Dusche gestiegen und das naechste war, dass schon so ein dingens an der nassen Haut geklebt ist. Lustig wars schon auch ein bissi, weil jeder herumgequietscht hat, die Vieher mir in die Pyjama Hose (von UNTEN) geflogen sind usw. In dem Moment net so der Hammer, aber im Nachhinein besonders witzig. Vor allem durften wir dieses Naturschauspiel miterleben!
DAS ist ein Termitenhuegel!Das Ding waechst 1m in 10(!!!) Jahren! Bei dieser Termitenart lebt der Stock so lang, wie die Koenigin am Leben ist. (was sagt uns das bei dieser Huegelhoehe??!!! Und das is ein 1cm grosses, weisses Insekt!!!!)




7. Dezember 2010
Auch heute gabs einen fruehen Start in den Tag, der aber dadurch versuesst wurde, dass wir am Abend ja wieder zurueck in Darwin und damit in einem klimatisierten Zimmer mit Dusche schlafen wuerden. Ich kann euch gar net sagen, wie grauslig die ganzen Sachen schon gerochen haben, die ich die letzten Tage anhatte. Eine Mischung aus Algen, Schweiss und Dreck... yak. Aber das gute war,...wir haben alle gleich gestunken. Ein schwacher Trost, aber dennoch.
Auch heute standen zwei Rockpools auf dem Plan, die beide aber wunderschoen waren. Der erste war bei einem kleinen Wasserfall. Der war besonders schoen und sehr entspannt, zuerste in bissi schwimmen zum Abkuehlen und dann auf dem Stein sitzen, wie eine Sirene und dem Wasserfall zuschauen und die Sonne geniessen. Leider waren grad drei Gruppen gleichzeitig da, daher is es dann am Stein ein bissi eng geworden. Aber was solls. War super. Und Fischis waren auch da. Angeblich waren da auch Water Dragons im Wasser, aber ich hab die leider net gesehen.
Wasserfall

Der zweiter Rockpool, den wir besucht haben, der dann auch quasi der Abschluss des Tages gebildet hat, war ein Pool, der Manmade war. Sprich jemand hat sich ueberlegt fuer die Minenarbeiter einen Rockpool zu machen und hat mal ne Portion TNT da drunter geschmissen. Auch ein schoenes Gewaesser und wir haben dort ganz gemuetlich getrascht. Nachdem ich wusste, dass wir ja jetzt nur mehr nach Hause fahren, hab ich mich auch umgezogen und es war ein herrliches Gefuehl was semitrockenes anzuziehen. Meine Hose war schon sooo steif vor Dreck und Staub...sagenhaft.
einer der vielen Rockpools

Bei der Fahrt zurueck war die Stimmung schon ziemlich locker, haben sich doch alle schon auf die Duschen usw gefreut. Dann hat es auch noch zu Regnen begonnen... wahnsinn. War ein interessantes Erlebnis. Kaum im The Cavenagh angekommen, haben wir erstmal alle geduscht und Waesche gewaschen, das war super! Dann gings zum Abschiedsabendessen mit Mark ins Monsoon und dort haben wir uns dann einen gemuetlichen Abend gemacht. War ein schoener Abschluss und dann bin ich ja auch schon todmuede ins Bett gefallen (vorher noch online gehen und ein bissi Mahjong spielen).
Jess und Ben und unsere Pizzas! :)

Freitag, 3. Dezember 2010

Gruesse aus Darwin mit einigen Gedanken und Beobachtungen zu Australien

So... ich bin euch noch die Bilder und Geschichten von meiner ganzen Ostkuestentour schuldig, die werd ich auch bestimmt nachholen, wenn ich ein wenig Ruhe hab (wahrscheinlcih morgen, denn irgendwie ist mir Darwin net sooo sympathisch und ich hab den Eindruck so ab 18h sollte man nimma draussen unterwegs sein. Wie praktisch, dass ich dann mein Internet hab,... )

Da ich durch meiner tolle Zeit in Cairns, einer absolut putzigen und bewunderswerten Stadt im Norden der Ostkueste mit unendlich vielen Angeboten fuer alle und jeden, heute einen kleinen Kulturschock erlitten hab bei meiner Ankunft in Darwin, hab ich mir gedacht, dass es mal an der Zeit ist, ein paar zeitgenoessische Gedanken zu Australien, den Aboriginies und der Kultur hier loszuwerden, Immerhin erlebt man als Europaer mit unendlich viel Geschichte im Hintergrund hier ganz was neues, ein Kontinent, der (uns) erst 200 Jahre lang bekannt ist und noch viel mehr, eine ganze Nation, die noch viiiiiiiel juenger ist und ein eigenartiges Gewirr aus alten Traditionen, ueber nommen von den Siedlern, und neuen Eigenheiten ist.

Aber fangen wir mal am Anfang an. Was wissen die meisten Leute ueber Australien, die hierher kommen? Die meisten wissen, dass es gross und rot ist mit vielen Surfstraenden und heissen Surferjungs (dazu kann ich nur sagen... nicht so viele wie man denkt...) Dann weiss man noch, dass hier eigenartige Tiere leben, naemlich Kaengurus, Koalas und so weiter... die alle eins gemeinsam haben, einen Beutel in dem sie ihre Jungen aufziehen. Und natuerlich kenn jeder den grossen roten Stein in der Mitte des Landes... den Ayers Rock oder ULURU, wie er jetzt (wieder) heisst, seit er wieder den Aboriginies gehoert. Ja und dann wissen noch einige Leute, dass es hier einen eigenen Volksstamm gibt.

Doch wer weiss wirklich, dass die Aborignies, dieses Land seit wahrscheinlich ueber 40.000 Jahren (!!!) bewohnen. Und die Bedingungen sind nicht besonders einladend hier! Entweder es is kalt oder heiss, staubtrocken oder verdammt nass und trotzdem gibt es diese Voelker seit Ewigkeiten hier! Es gibt nicht viel ueberliefertes, weil es doch keine Schrift gibt, aber es gab die Geschichten der Aelteren, die alles ueberliefert haben und ein kompliziertes soziales Netz sowie unzaehlige Dialekte zu den unzaehligen Aboriginie Sprachen (man vermutet, dass es ueber 250 Sprachen gab... davon sind allerdings nur mehr 50 ueber und selbst von denen sind 20 vom Aussterben bedroht). Nur um nochmal zur Zeit zurueckzukommen: Wir Europaeer haben eine Geschichte, die vielleicht mit den Babyloniern und Aegyptern anfaengt und das is so ab 5.000 vor Christus. Klar gabs davor auch Leben und Voelker in Europa, aber es war ein staendiges kommen und gehen. Als wir noch mit unseren Homo erectus status zu kaempfen hatten, waren hier in Australien schon die Aboriginies am Werk!  Ich finde das mehr als bemerkenswert! Keine Kultur natuerlich im Sinn von unseren Hochkulturen, aber diese Menschen hier haben Naturgewalten getrotzt, mit Riesenwombats und Beuteltierloewen gekaempft... und es trotz der unwirtlichen Gegend geschafft mit der Natuer zu leben udn vor allem zu UEBERleben. Kann man sagen was man will, ICH finde das bemerkenswert und wirklich unglaublich. (auch wenn die Bejagung und vor allem die Brandrodung, die die Aboriginies einsetzen um Land nutzbar zu machen, dazu gefuehrt haben, dass die Riesenwomats und in Folge dessen die Beutelloewen...)




Und dann im 18. Jhdt haben es auch wir ach so hochentwickelte Europaer geschafft hier zufaellig mal vorbeizusegeln und zufaellig an Land zu gehen. Und dem lieben James Cook faellt nix besseres ein, als das Land fuer die britische Krone in Besitz zu nehmen und die Entdeckung seinem Lebenslauf hinzuzufuegen. Was passiert danach? Um das groesste Gefaengnis des britischen Empires zu gruenden, werden ganze Staemme, nein eigentlich ein ganzes Volk enteignet und von Land vertrieben, dass sie seit Jahrtausenden beleben. (besitzen ist net richtig, weil sie ja glauben, dass das Land allen gehoert) Warum wir Europaer mit unserer Hochkultur einfach immer glauben mussten, dass wir das Mass aller Dinge sind und alles andere nix wert ist. Ohne (zumindest nehm ich das an) einen ernsthaften Blick auf etwas zu werfen, bevor wir es als minderwertig, rueckstaendig, barbarisch usw abtun. Nur weil jemand nicht in Hosen und Schuhen unterwegs ist, sondern bei 40Grad lieber nen Lendenschurz traegt, heisst es nicht, dass es per se primitiv ist. Es ist einfach eine andere Lebensform. Naja, wir haben in der Geschichte ja schon sehr oft bewiesen, dass wir glauben, "Das Hoechste" zu sein... (Beispiele: Afrika, Sued-und Nordamerika...ueberall so aehnlich... )

Heute vor einem Kaufhaus in Darwin hab ich ein Bild gesehen, das mir ziemlich zu denken gegeben hat: aeltere Aboriginie Frau normal gekleidet (Kleid und Bluse) steht da mit Handy in der Hand und spielt sich mit dem Ding. Dieses Volk wusste vor 250 Jahren noch net mal, dass es noch andere Menschen auf dieser Erde gab (geschweige denn das Australien net der einzige Kontinent ist), hat auch net in festen Haeusern gelebt und der Kommunikationsinstrument war das Didgeridoo und der Bull Roarer. Und dann steht sie da vor mir ein perfekter Spagat zwischen Tradition (Haare, Schmuck, Aussehen) und der Neuzeit (Kleidung und Handy). Und das in 200 Jahren. Wenn man sich anssieht, wie langsam und gemaehlich bei uns diese Entwicklung gegangen ist und manche Leute koennen sich immer noch net mit gewissen Dingen anfreunden.

Keine 3m neben der Frau sitzen dann schon die Aboriginies, die kein Zuhause haben und sich dem Raeuschen aller Art hingeben. Ich muss sagen, in Melbourne und Sydney hab ich kaum Aboriginies gesehen, auch rauf bis Surfers Paradise eigentlich gar net. In Brisbane hatte ich mein erstes Aboriginie Erlebnis und leider wars auch dort eine entwurzelte und verlorene Aboriginie Dame, die sich wohl fuer Drogen und Alkohol verkauft hat. Es tat und tut mir im Herzen weh das zu sehen.

Aber ganz ehrlich... ueberrascht das einen? Dieses Volk hat in etwa 3-4 Generationen fast alles erlebt: enteignung, Niedermetzelung (wenn sie den Schaffarmern zu laestig waren), Vergewaltigung (Aboriginie Frauen wurden als Sex-&Arbeitssklaven einfach mitgenommen fuer irgendwelche Holzarbeiter oder Walfaenger), Verfolgung, Entwurzelung - einfach alles. Wie sollen diese Leute den Sprung von Nomadentum schaffen in 200 Jahren? Wir haben dafuer auch ein paar tausend Jahre gebraucht! Wenn man als VOlk immer als minderwertig deklariert wird und auf eigentlich eigenem Land kein Recht mehr hat, ich wuerde auch in einer schwere Identitaetskrise stuerzen. Dieses Volk ist einfach schwer entwurzelt und ich kann sie so gut verstehen. Ich finde die Aboriginies auch unheimlich, wenn sie in Gruppen auf der Strasse sitzen und sich betrinken. Vor allem weil sehr viel von ihnen rote Augen haben, aber ich versuche mich einfach normal zu verhalten. Dabei ist es ja jetzt schon viel besser geworden, was die Akzeptanz von Aboriginie Leuten von Seiten der Australier (!!!) angeht. (sie haben immerhin seit 25 Jahren Wahlrecht... *hust* und haben eine Entschuldigung vom Australischen Staat mit einigen Rueckgaben von land bekommen) Das allerdings, was an Kultur zerstoert worden ist, kann keiner mehr ersetzen und zurueckbringen.

Ich finde es umso bewundernswerter, dass zumindest Aboriginie Kuenstler immer selbstbewusster Auftreten und sich somit Gehoer verschaffen und auch die Akzeptanz erhoehen. Wobei ich es immer noch sehr interessant finde, dass ich in den meisten Aboriginie Art Shops ein "Weisser" die Sachen verkauft. Glauben die Leute, so verkaufts sich besser, weil die Aboriginies alles Leute vergraulen?! Das hab ich noch nicht verstanden.

Nochmal zu Cairns und Darwin, in Cairns waren auch schon unzaehlige Aboriginies, die auch in Gruppen am City Place herumgesessen sind, aber dort hatte ich NIE das Gefuehl, dass sie aggressiv waeren. Vielleicht auch, weil direkt bei Cairns ein riesiges Cultural Center der Tjapukaij People ist. (das haben wir besucht und es war der WAHNSINN). Auf jeden Fall war Cairns eine - find ich zumindest - entspannte, positive Art des Zusammenlebens. Hier in Darwin ist es ein wenig anders. Die ganze Stadt wirkt wie ein Bauerndorf und ist scheinbar auch so konservativ. Hier sind die Gegensaetze noch viel groesser: eine groesse Gruppe Aboriginies sass auf der Esplanade beinander. Das waren bestimmt 30-40 Leute. Und schraeg gegenueber war ein wohl sehr angesagtes Lokal genannt THE DECK, das zum Bersten voll war, bei genauerer Betrachtung konnte ich dort allerdings keinen einzigen Aboriginie sehen. Die Leute dort alle sehr schick gekleidet und man hat gesehen, dass es sich um die "Elite" von Darwin handelt. Und diese Gegensaetze liegen alle auf etwa 50m beinander. schoen krass. Ich denk bis es hier ein gutes udn vor allem normales Zusammenleben gibt, muessen noch mindestens 2 Generationen vergehen. Die Abneigung bei den aeltern Aboriginies sitzt noch zu tief und bei den meisten Australiern hab ich das Gefuehl, dass sie sich aus Scham nicht mit den Aboriginies beschaeftigen wollen. (oder weil sie immer noch glauben, dass sie was besseres sind...) Schade drum... denn immerhin wissen die aboriginies, wie man dieses Land richtig an die Hand nimmt.

Naja ein zweiter Punkt, wo man merkt wie kurz es dieses Land eigentlich erst gibt, ist das Thema Weihnachten. Genau wie in Oesterreich bzw. Europa ist es grad ueberall omnipraesent. Jeder Laden hat nen WEihnachtsbaum aufgestellt, ueberall ist Santa Clause abgebildet und aufgeklebt und  naja es gibt auch Christbaeume, die selber kuenstlichen Schnee produzieren udn es somit auf sich selber schneien lassen. *seufz*

ABER

hier gibt es keinen Schnee und keine Tannen-und/oder Fichtenbaeume. Hier gibt es Sonne, Sonne, Strand, Meer, Regenwald, Wueste, Berge, Eucalyptusbaeume usw. aber bestimmt keinen schnee und keinen Tannenbaum. es scheint, als das die gute alte Tradition aus Deutschland und den UK einfach mithergenommen wurde und es in 200 Jahren nicht ein Mensch ueberdenken wollte. Warum soll ich was feiern, dass es in der Form hier net sooo gibt? Ich kann doch auch ne Palme schmuecken oder? und ich brauch doch keine Rentiere, wenn ich Kaengurus hab. Irgendwie wissen die Australier, und die meisten sind ja erst so in der 2.-3. Generation hier, noch nicht zu schaetzen in welchem besonderen, weil so anderen Land sie leben. Dass sie noch so an den "ueblichen Strukturen" festhalten, ueberrascht mich auch net weiter, wenn man weiss, dass Leute ab der Heimat sich immer an Dinge klammern, die sie an daheim erinnern. Nur... ich hoffe wirklich, dass die Australier eines Tages munter werden und verstehen, wie besonders hier alles is... von der Flora bis zur Fauna.. einfach ein Wahnsinn. Und dass man auch die Weihnachtszeit anpassen kann. Da steht ja auch ein besonderes Fest dahinter.. und das Jesus Kind wurde auch net im Schnee sondern in Jerusalem geboren.

Egal... ich will damit auch nicht sagen, dass ich es nicht gut find wie es hier ist, ich finde es einfach nur schade, dass Australien sich noch nicht ganz als eigene und von Europa unterschiedliche Nation wahrnimmt. Dabei gibt es unzaehlige Gruende, warum die Australier BESONDERS stolz auf den Erdteil sein sollten, in dem sie leben. Vielleicht und ich hoffe es wirklich, kommt dieses Umdenken mit den naechsten Generationen, die bestimmt ein gutes Zusammenleben zwischen alten und neuen Australiern (wenn man den Kindern jetzt schon beim Spielen zuschaut gibt es viel Hoffnung) bringen.

Ich hoffe ich habe mich nicht zu konfus ausgedrueckt und ihr versteht ein wenig was ich mein. Gegenmeinungen sich gern willkommen und vielleicht schaffen wir eine spannende Diskussion!

Ich geh jetzt los in der 37Grad Hitze und schau mir nochmal Darwin an!
Alles Liebe,
Anna

Dienstag, 30. November 2010

Tasmanien – oder warum mich eine kleine Insel ganz unerwartet vom Hocker gehauen hat! (Part 3)

Und weiter gehts mit meinen Erzaehlungen von meinem Tasmanien Abenteuer! Hier die letzten beiden Tage der Tour!
EDIT: alle Fotos vollstaendig vertreten!!! :)

In der Zwischenzeit, viel Spass beim Lesen!
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Montag, 8. November 2010

Wie immer, auch heute die Tagwache um 06:20 damit wir um 07:00 fruehstuecken koennen und um 08:00 abfahren koennen. Naja.. unser Old Grumpy hat sich gedacht, das Fruehstuecksbuffett wird erst nach 08:00 abgeraeumt, wenn seine Hoheit auch gespeist haben, und somit mussten wir bei seinem Eintreffen um PUNKT 08:00 natuerlich wieder alles herraeumen. Ganz toll der Typ. Aber egal... so geht das die ganze Zeit mit ihm und eigentlich finden wirs mehr unterhaltsam als stoerend.

Erstes Tagesprogrammpunkt war Mt. Amos und der Blick auf die Wineglass Bay. (die uebrigens net so heisst, weil sie die Form eines Weinglasses hat, sondern weil in dieser Bucht frueher die Wale geschlachtet wurden und sie daher vom Blut der armen Tiere rot war wie ein Rotweinglass.... - nur um ein paar Mythen auszuraeumen) Die Wettervorhersage war ja net so berauschend und auch bei der Anfahrt wars eher trueb und grau. Aber unsere Gruppe hatte einfach perfektes Kharma (trotz des Old Grumpys) und kaum, dass wir am Parkplatz der Wineglass Bay eintrudeln, faengt es auch wieder an aufzuklaren! HURRA! Das Bloedeste waere naemlich Regen auf den Mt. Amos rauf – der besteht naemlich hautpsaechlich aus Riesensteinplatten, ueber die man drueber laufen und klettern muss, das waer im Regen ein wenig zu rutschig, auch wenn es bedeuten wuerde, dass man wahrscheinlich unglaublich schnell herunten ist.

Wer mich kennt, der weiss, dass mich manchmal klettern alle Nerven kosten kann, vor allem, wenn ich einen Punkt erreiche wo ich senkrecht in den Boden schaue. Seufz! Aber auch diesmal hab ichs geschafft, mich zusammengerissen und dann war ich auch schon oben! (ganz nach dem Motto „Trust your Feet“ hab ich mich tapfer raufgekaempft, auch wenns mir dazwischen mal wieder so riiiiiiichtig uebel geworden is)
Die Aussicht oben hat mich allerdings fuer ALLES entschaedigt! Die war so grandios!!! Ich kann euch gar net sagen, wie schoen! Oben gabs mal wieder Fotosession und gemuetliches zusammen tratschen. Dann gings auch schon wieder runter und da war wieder Vorsicht geboten. Manchmal hatte man das Gefuehl man laeuft direkt ueber die Kante ins Meer. War ganz schoen unheimlich... und ich habs gut geschafft! :)

that way up!

Felsformationen am Weg rauf
Gluecklich im Aufstieg
Es wird tapfer geklettert und die Hoehenangst ueberwunden!
Famous Wine Glas Bay!

We are on top!
Group Relaxing
YEAH there we are!
YESSS i did it!
enjoying...
das zeigt annaehernd wie steil es wirklich war

Greg faengt uns einen Mountaindragon!
Wieder beim Bus angekommen, gabs erstmal umziehen (endlich mal in eine wirklich kurze Hose,weil es war sooo grandios warm!) und Lunchen! Kaum, dass wir das Essen ausgepackt haben, waren auch schon ein paar hungrige Wallabies da, die mitnaschen wollten. :)
The hungry Wallaby


Auch nach diesem Bergmarsch gabs eine Ueberraschung fuer uns – wir haben Kathe's Berry Farm besucht. Und die hatte lecker selber gemachtes Eis und Milchshakes!!! HERRLICH!!! So gemuetlich dort in der Sonne zu sitzen, bis uns alle die auf einmal undichte Sprinkleranlage unter Wasser gesetzt hat... :))) Die Aussicht war auch genial, denn der Blick ging zurueck auf Mt. Amos, den wir grad vorhin erfolgreich bestiegen und auch wieder verlassen haben!
Kates Berry Farm... Milchshake mit Blick auf Mt. Amos

Nach Kathe's leckeren Milchshakes ging es mal wieder an einen Strand. Aber nicht IRGENDEINEN Strand, sondern den Muschel reichsten Strand, den ich bislang in meinem Leben gesehen habe! Ich denke an diesem ganzen Strand waren soviele Muscheln, wie ich bislang in meinem Leben gesehen habe! Der war DER Wahnsinn. Und nicht so mini Muscheln, wie man bei uns in der Adria findet, sondern RIESIGE Muscheln aller Formen und Groessen! Unglaublich! Der Strand hiess Keveldon Beach (nur falls jemand mal nach Tasmanien faehrt). So wunderwunderschoen!!!WIr haben eine gute Stunde damit verbracht am Strand langzumarschieren, die Muscheln zu bestaunen, zu sammeln, nach denen mit Loch fuer Halsketten ausschau zu halten, witzige Fotos zu machen und natuerlich einfach nur geniessen! Wirklich ein wunderschoenes Fleckchen Erde!
At Kelvedon Beach

Den letzten Abend on Tour haben wir in Port Arthur wieder in einem Adventure Tour eigenen Haus verbracht. Das Haus lag gleich neben dem Friedhof, wir haben uns eh schon gefragt, ob net was spuken kommen wird. Der Abend war aber nach dem ganzen Tagesprogramm relativ unspektakulaer und wir haben eigentlich hauptsaechlich gegessen (selbstgemachte Pancakes von Greg!), Fotos getauscht und noch ein bissi gequatscht. Dann haben wir eigentlich auch schon geschlafen...

Dienstag, 9. November 2010



OH no!!! Der letzte Tag on tour! Keiner konnte es glauben, wie schnell unsere 6 Tage on Tour vergangen sind und wieviel wir eigentlich schon erlebt haben! Aber wir haben ja noch einen ganzen Tag und auch dieser ist voll mit tollen Programmpunkten!

Gestartet haben wir in den Tag mit einem Besuch bei dem Stueck Land, wo Tasmanien und die Antarktis auseinandergebrochen sind, Schaut wirklich aergstens aus und irgendwie kann man sich das schon vorstellen, wie der Kontinent da auseinandergebrochen ist und sich von einander entfernt hat. Komisches Gefuehl an so einem Punkt zustehen. Sehr beeindruckend... da wird man sich der Naturgewalten erstmal so richtig bewusst. Und dann war dort auch eine ausgeschwemmte Hoehle, wo die Wellen hereinschwappen. Angeblich nutzen das Surfer, wenn sie besonders gut aufgelegt sind, um aufs Meer rauszukommen. Ein bissi unheimlich mit welchem Schwung da die Welle hereingebrochen sind. Unser Guide hat natuerlich mal wieder den Abenteurer gespielt und ist runtergeklettert und hat sich mit den Wellen gespielt. :) Eh klar.
Bruchstelle Tasmanien und Antarktis

die gesammelte Mannschaft von Tasmanien

Remarkable Cove

Petra und Anna bei der Cove
Anna & Greg bei der Remarkable Cove
Dann haben wir noch langes Gras gesammelt, damit wir unsere Halsketten mit den Muscheln im Aboriginie Style machen koennen. Das war auch besonders lustig und als jeder ausgeruestet war, konnten wir erst wieder weiterfahren. Und dann war mal jemand damit beschaeftigt Ketten zu flechten! :) Das war ziemlich lustig.

Weniger lustig war hingegen der naechste Stop des Tages: Port Arthur. Das alte Gefaengnis der Briten. Nachdem Australien als Gefaengnis Insel gescheitert ist, haben sie sich gedacht, dass sich Tamanien noch mehr anbietet, weil kleiner und noch weiter weg. Und so kamen net nur die „frischen“ Straftaeter aus den UK hierher, sondern auch wieder straffaellige ohnehin schon Schwerverbrecher aus Australien. Natuerlich haben die auch hier versucht auszubrechen. Manchen ist es auch gelungen, allerdings hat sie dann der Busch vor die naechste Herausforderung gestellt und eine Gruppe davon ist zu Kannibalen mutiert. Ganz schoen ekelige Geschichte. Das ganze Gelaende des groessten Gefaengnisses des britischen Empires ist unheimlich. Auch wenn sie alles irrsinnig interessant aufbereitet haben. Man konnte zum Beispiel sich mit einem Gefangenen identifizieren (anhand einer Karte, die man bekommen hat) und konnte so nachvollziehen, wie es ihm hier ergangen ist. Traurige Geschichten. „Mein“ Gefangener hat mit 13 Jahren ein Taschentuch gestohlen und wurde aufgrund dieses Vergehens nach Tasmanien verbannt. Naja und nach all den miesen Behandlungen hier und aufgrund der Arbeit, der er zugeteilt war, ist er mit net mal 26 Jahren gestorben. :( Das ganze Gelaende ist ziemlich beklemmend. Bei der Bootsrundfahrt durch den Hafen von Port Arthur haben wir auch die Isle of Dead gesehen, die Friedhofsinsel des Gefaengnisses: die Waechter und Aufseher, die hier gestorben sind, haben einen Grabstein bekommen. Alle Gefangenen, die hier gestorben, hingerichtet worden und verreckt sind, wurden in ein Massengrab geschmissen. Man vermutet, dass da ueber 1.000 Leute in dem Massengrab liegen...
Der Eingang zu Port Arthur
der Plan von Port Arthur
Port Arthur
Nach dem beklemmenden Teil der Geschichte Tasmaniens gings an einen Ort des etwas anderen Schreckens – und zwar einen Tasmanian Devil Conservation Park. Dort haben wir dann auch gleich die Fuetterung der kleinen Teufel miterleben duerfen. Die schauen ja recht putzig aus, aber nur solange bis ihnen jemand essen zuwirft. Dann werden sie zum Teufel! Und die haben einen irrsinnige Beisskraft – ungefaehr die 3-fache von einem Boxer. Die kleinen Kerle haben die hoechste Beisskraft pro cm² und knacken damit mit einer Leichtigkeit Knochen, dass es einem nur so schaudern laesst. Sie sind auch hauptsaechlich Aasfresser und sorgen damit dafuer, dass nix unnoetig herumliegt. Und was sie anfangen zu essen, machen sie ziemlich gruendlich. Die kleinen Kerle nehmen es auch mit einem gestrandeten und gestorbenen Wal auf. Allerdings net alleine sondern dann kommen bis zu 70 schwarze Fellknaeuel und putzen alles radikal weg.
es wird posiert

Kann ich schon Futter riechen?
Baby Teufel
Leider sind auch grad diese suessen kleinen Kerlchen vom Aussterben bedroht: Sie wurden ebenso wie der Tasmanische Tiger gejagt, dann von einer Krankheit heimgesucht, die ziemlich viele Tiere hinweggerafft hat und kaum, dass man sich gedacht hat, die Population erholt sich wieder, ist eine neue Krankheit aufgepoppt: die kleinen Beisserchen werden von einem Gesichtskrebs heimgesucht, den sie bei ihren Essen-und/oder Spasskaempfen uebertragen. Damit infisziert sterben sie leider innerhalb kuerzester Zeit, weil sie nicht mehr richtig fressen koennen. :(
Wir haben auch Teufelbabies gesehen und die sind ja sooo herzig! Ein wahnsinn!!! Aber seht selbst die Bilder! (sobald ich damit weitergekommen bin, Bilder hochzuladen)

In diesem Conservation Park haben wir auch noch die in freier Wildbahn schon ausgestorbenen Tasmanischen Riesenkaengurus, Riesengaense, Squolls und Kermit, den Tawny Frogmouth, gesehen. Ein Wahnsinn! Ich kann mich nur mal wieder wiederholen und sagen, dass diese Beuteltiere so bewundernswerte und geniale Kreaturen sind. Die braeuchten viel mehr Aufmerksamkeit in der ganzen Welt, damit man sich bewusst wird, wie besonders diese Tiere sind.
Ein Quoll mit Babies *neben dem weissen fell*
Mit Kermit dem schraegen Vogel haben wir natuerlich auch wieder eine Fotosession gemacht, der konnte sich ja auch net wehren, der er einen gebrochenen Fluegel hat und nie wieder fliegen wrd koennen. Er hat alles mit einer stoischen Ruhe ueber sich ergehen lassen und hat sich manchmal auch zu einer coolen Pose hinreissen lassen. :)
Greg stellt uns Kermit vor

Anna & Kermit

Nach den viele tierischen Eindruecken haben wir uns ein wenig anders mit Tieren beschaeftigt und uns mal nen Burger auf den Grill geschmissen. Lecker! Nebenbei haben wir noch Gregs Abschiedsgeschenk gebastelt. (das war ein Auftrag es so zu machen, dass er nix mitbekommt...)

Mit vollem Bauch gings dann weiter zu den letzten beiden Stops dieser Reise: Hell's Kitchen und Abel's Arch. Auch zwei Felsformationen, die das Meer ausgeschwemmt und kreiert hat. Sehr schoen, auch wenn die wehmuetige Stimmung in unserer Gruppe schon immer mehr zu spueren war.
Nach unserem Rundgang konnten wir Greg endlich unser Geschenk uebergeben und wir haben es geschafft, dass er in 6 Tagen der Tour endlich mal Sprachlos war! :)
Abel's Arch
Das war dann auch der Abschluss der Tour und es ging zurueck Richtung Hobart. Dort haben wir erstmal den Old Grumpy ausgesetzt und uns dann zum Abendessen verabredet. Ziel war der Drunken Admiral, was ich besonders toll gefunden habe, da ich da ohnehin schon lang mal hinwollte! Das Lokal hat mich auch ueberhaupt net enttaeuscht: es war total liebevoll eingerichtet mit einem Blick fuer Details. Alles im Seefahrer Stil und natuerlich Captain Jack Sparrow durfte auch net fehlen. Genial! Zu essen gabs endlich mal gegrillte Shrimps und das war so richtig lecker!!! (das Essen war zwar net billig...aber dafuer WIRKLICH genial!). Und das war dann der offizielle Abschluss unserer Tasmanienrundreise! Wir wollten dann noch was trinken gehen, aber das Irish Pub hat ziemlich bald mal zugesperrt und dann hiess es auch schon nach Hause gehen.
Die Truppe beim Abendessen

Captain Jack Sparrow schaut uns beim Essen zu
Best Seafood ever!
Es war so eine geniale Tour – vielen Dank an alle, die sie sooo besonders gemacht haben und es war einfach genial dieses tolle Land mit euch erleben zu duerfen!! DANKE!